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Surface

Es um die Oberfläche und dem was dahinter steckt. Der Illusion, der Wahrhaftigkeit, dem Hässlichen, dem Schönen und schließlich dem Objekt dessen Charakter erst über die Oberfläche entsteht.
Es ist die Oberfläche die wir berühren. Es sind die Farben, Texturen und Materialien die bekannt oder fremd erscheinen, die Neugierde wecken oder abstoßen. Es ist die Oberfläche die losgelöst vom darunterliegenden verspricht, verführt oder blendet.

Surface

Prof. Uwe Fischer & AM Manuel Meßmer
Wintersemester 2013/14
Beteiligte Studierende: Anselm Kempf, Maximilian Hans, Mine Dilara Toksoy, Dorine Lambinet, Hannah Steinmetz, Antonia Rindfleisch, Linda Deiters, Sarah Veser, Alena Waggershausen, Denis Kostic, David Günther, Alexander Klein


Beton im öffentlichen Raum
Entwurf: Linda Deiters, Antonia Rindfleisch, Hannah Steinmetz

Im Fokus des Projektes „Surface“ standen zu Beginn Oberflächenexperimente, die sich auf die optische und haptische Veränderung der Oberfläche durch unterschiedliche Bearbeitungsverfahren bezogen.
Der Werkstoff Beton und dessen Bandbreite an unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten waren dabei besonders interessant.

Das Resultat wurde im Konzept einer Sitzgelgenheit für den öffentlichen Raum umgesetz.

Die ungewöhnlich glatte Oberfläche, welche nicht in das bekannte Erscheinungsbild von Beton passt, soll überraschen und den Nutzer neugierig machen. Das Sitzobjekt hat eine Länge von 8,5 m und eine Höhe von 75 cm. Die drei gefächerten Platten haben jeweils eine Sitzhöhe von 25 cm. Optisch getrennt sind diese durch eine 2 cm große Fuge an ihrer Unterkante. Diese kann zusätzlich durch ein Leuchtmittel, im Inneren des Objektes, als Lichtfuge fungieren.

 


Studentischer Arbeitstisch
Entwurf: Alena Waggershausen

Beobachtungen ergaben, dass das studentische Arbeiten in den Studios nicht immer reibungslos verläuft. Die Tische sind voll gestellt, die Materialien, Werkstoffe und Arbeiten häufen sich. Alles befindet sich in, auf, unter und neben den Tischen und man bahnt sich an manchen Tagen mühevoll den Weg durch dieses Chaos. Genügend Raum ist vorhanden, doch die Raumhöhe wird häufig nicht genutzt. Außerdem fehlt strukturierter Stauraum.


Oberflächeninformation, Experiment Übergang
Entwurf: Alexander Klein

Der Ansatz an das Projekt anders ist als bisher. Man experimentiert mit Oberflächen und kommt im Laufe des Prozesses gegebenenfalls auf ein Produkt. In der Arbeit geht es um die Auseinandersetzung von Oberflächenübergängen. Ein besonderes Augenmerk liegt im gleichmäßiger Oberflächenübergang zwischen zwei Materialien. Die Experimente wurden vorrangig in Holz und Kunststoff durchgeführt.


Tanzfüßling
Entwurf: Dorine Lambinet

Die Füße sind die Wurzeln des Körpers. Tanzen ist eine Sportart, bei der die Beziehung zu dem Körper essentiell ist. Der Tänzer ist in Einklang mit seinem Körper und manchmal auch mit den Körpern seiner Tanzpartner. Die Füße spielen dafür eine sehr wichtige Rolle. Im Kontakt mit dem Boden ermöglichen sie die Balance des Körpers. Im Zusammenhang mit dem Thema «Oberfläche» habe ich einen Füßling für zeitgenössischen Tanz entworfen. Dieses Produkt besteht aus zwei Teilen, die übereinander angezogen werden und aufeinander abgestimmt sind. Der äußere Teil des Füßlings wird beim Aufwärmen und bei Proben getragen und regt den Gefühlssinn der Fußsohle an. Eine Ledersohle mit Noppen auf der Innenseite stimuliert das Blut bei jedem Schritt. Wenn der Tänzer diesen ersten Füßling auszieht, ist seine Fußsohle durch die vorherige Stimulation viel sensibler. Der zweite, innere Teil des Füßlings ist wie eine zweite Haut. Sie schützt den Fußrücken, die Oberseite der Zehen und den Außenrist, wo die Haut sehr dünn und empfindlich ist. Rutschen über den Boden und «Glissés» sind nicht mehr schmerzvoll. Trotzdem wird der Kontakt mit dem Boden erhalten, um eine bessere Körperbeherrschung zu haben.


Surface
Entwurf: Maximilian Hans

Für das „Surface“ wurde der Begriff der Oberfläche vorerst abstrakt gesehen – als Äußere Hülle eines Gegenstandes, als Relief. Mikroskopisch betrachtet sind Oberflächen nie glatt, nie einheitlich, sondern weisen eine überaus komplexe Struktur auf. Mag eine Oberfläche mit normalem Auge spiegelglatt erscheinen, ist sie auf mikroskopischer Ebene eine Berg- und Tallandschaft, komplett entkoppelt von dem ersten Eindruck. Durch die moderne Computertechnologie lassen sich mittlerweile große Datenmengen verarbeiten und mittels CNC-Maschinen auch aus dem Digitalen in die „echte“ Welt transportieren. Daher war das Hauptziel des Semesters, sich mit digitalen Entwurfsstrategien, Experimenten, CNC-Technik und Maschinenbau auseinanderzusetzen um die Grundidee verwirklichen zu können. Da es in diesem Bereiche ein breites Spektrum an Möglichkeiten gibt, wurde ein Fokus auf alte traditionelle Kunsthandwerke gesetzt, die komplett computergesteuert durchgeführt werden sollen. Ein einfaches ersetzen des Handwerkers wurde aber als nicht konsequent erachtet – die Rolle des Künstler, des Erschaffers der Form oder des Bildes sollte ebenfalls durch eine Programmierung ersetzt werden. Der komplette Schaffensprozess wird aus der Hand des Menschen an die Maschine übergeben. Die Rolle des Menschen ist nur noch die des Impulsgebers, das Schaffen einer Rahmenbedingung durch Fertigung der Maschine und des Codes. Als Kunsthandwerk wurde schließlich die Kaltnadelradierung und die Keramikmalerei ausgewählt. Bei beiden spielt neben der Fertigkeit des Künstlers noch der Zufall eine große Rolle, was der verbreiteten Meinung der „perfekten Maschine“ entgegenwirken soll. Jedes gefertigte Produkt ist ein Unikat, anders als maschinell gefertigte Massenware. Als Quelle der Daten wurden Geräusche gewählt und unterschiedlich verarbeitet. Die Kaltnadelradierung entsteht durch ein Programm, das von einem Musik- oder Sprachstück die Lautstärke misst. Dies kann sowohl offline geschehen als auch live. Es zeichnet entsprechend des Lautstärkepegels einen Kreis, dessen Radius sich stetig verändert. Dadurch entsteht eine sternförmige Formation. Der Pfad dieses „Sterns“ wird anschließend in einem CAD-Programm verarbeitet und als Maschinenpfad für eine CNC-Fräse ausgelesen. Diese wurde mit einer dafür eigens konstruierten gefederten Hartmetallspitze bestückt und graviert anschließend ein Aluminiumblech. Für das Aluminium wurde eine spröde Legierung gewählt, um einen kurzen Spanbruch zu erreichen und damit die Gratbildung beim Gravieren zu minimieren. Dieses Aluminiumblech wird schließlich als Ausgang für die Radierung benutzt. Für die Keramikmalerei wurde eine Drehscheibe umgebaut. Ein Schlitten fährt parallel zur Werkstückachse langsam nach oben. Auf dem Schlitten ist ein auskragender Arm aus Carbonrohr befestigt, an dessen Spitze ein Stift mit Pinselspitze befestigt ist. Diese Stifthalterung ist schwenkbar gelagert und ein Elektromagnet drückt durch Anlegen unterschiedlicher Spannung die Stiftspitze stärker und schwächer an das Werkstück. Dies bewirkt eine unterschiedliche Stiftdicke. Die Spannungswerte werden ebenfalls von einem Skript ausgelesen und werden live über einen Verstärker an die Stiftspitze weitergegeben. Durch die gleichzeitige Drehung des Werkstücks und Aufwärtsbewegung des Schlittens in Z-Richtung entsteht somit eine durchgängige Linie, die sich langsam am Werkstück hochwindet. Beide Methoden sind noch nicht perfekt ausgearbeitet, da erst nach langem Experimentieren die endgültige Richtung gefunden wurde. Jedoch ist gerade das Herumexperimentieren das zentrale Ziel gewesen, welches ich für mich damit erfüllt habe.


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