Diplomarbeiten Projekte

Master Wintersemester 2012/13

Mächtig Ruhig Ewig
Masterarbeit von Natalie Weinmann
Studiengang Industrial Design
Wintersemester 2012/13

‚MÄCHTIG RUHIG EWIG – rau weich samtig glatt‘
Ausgangspunkt für diese Arbeit war die vielfältige Faszination, die das Material Naturstein auf mich ausübt. Das Ergebnis ist eine Annäherung, diese Begeisterung auf unterschiedliche Weise zu verdinglichen und zum Ausdruck zu bringen. Hierbei entstanden drei Entwürfe aus drei unterschiedlichen Steinarten: Perlino, Levanto und Schiefer.  Jeder der drei Entwürfe umkreist die Themen Haptik und Optik der Steinoberfläche. Beim Objekt aus Schiefer kommt zudem das Spannungsverhältnis zwischen natürlich entstandener und gestalteter, künstlich hervorgerufener Form als Thema hinzu. Entsprechend den spezifischen Eigenheiten der jeweiligen Steinart sind so drei unterschiedliche Interpretationen der Fragestellungen entstanden. Der Entwurf aus Perlino basiert auf der Veränderung und Wirkung einer Steinoberfläche bei unterschiedlicher Bearbeitung. Die Oberfläche ist in Teilbereichen poliert, sandgestrahlt und in unterschiedlichen Körnungen geschliffen. Die Wirkung des Materials wird ausdifferenziert und entfaltet ihr breites Spektrum. Das Objekt ist als große Schale nutzbar, hat durch seine skulpturale Anmutung aber auch eine starke Raumwirkung. Der zweite Entwurf aus Levanto entstand aus einem spielerischen Ansatz heraus. Das Objekt ist ein Set aus Kugeln, die inspiriert sind vom ‚Boule‘ Spiel. Bei diesem Spiel befinden sich die Kugeln immer wieder in Kontakt zur Hand. In ihrer Interpretation aus Levanto unterscheiden sich die Kugeln nur durch ihre Oberflächenbearbeitung – so entsteht ein Kontrast in Farbe und Haptik. Ein massiver, auf zwei Eichenbalken ruhender Schieferblock bildet den dritten Entwurf. Die natürlich entstandene, unbearbeitete Bruchkante des Materials bildet die Oberseite des Objekts. Im Kontrast dazu ist das Material an den Seiten sowie in einem ausgefrästen Teilbereich glatt geschliffen und poliert. Das Objekt dient vor allem als Sitzobjekt. Durch seine Massivität und Unverrückbarkeit ist es im Grenzbereich zwischen Möbelstück und architektonischem Element angesiedelt. Es bildet einen Ruhepol – ob im öffentlichen oder privaten Bereich. Die Nutzungsmöglichkeiten der Objekte bleiben in jedem Falle offen – da sie nicht nur Produktentwürfe sind, stehen sie in ihrer Materialästhetik und Konzeption für sich. Gleichermaßen konkret greifbar und abstrakt beinhalten sie immer auch einen Spielraum für Interpretationen, für die je eigene Annäherung des Betrachters an das jeweilige Objekt. 


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