Projekte Semesterprojekte

GAGGENAU

GAGGENAU Design Workshop 2007
Sich verändernde Lebensformen stellen immer neue Anforderungen an den Ort Küche – und die Geräte in der Küche. Kernfunktionen werden mit wechselnden Umfeldern konfrontiert. Junge Familien, Singles, Dinks, ältere Menschen haben unterschiedliche Ansprüche, Stichworte sind Mobilität, Variabilität, Cocooning, aber auch Lust, Geselligkeit und Genuss.
„Werkzeuge zum Kochen“ sind gesucht, ganz neu oder als intelligente Weiterentwicklung vorhandener Konzepte. In jedem Fall anders, überraschend, provozierend. Es wurden zwei Klassen, aus Holland und Deutschland, eingeladen – von der Design Academy Eindhoven und von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Nach einem gemeinsamen Kick-off im April in Gaggenau begann die Semesterarbeitin Eindhoven und Stuttgart, begleitet von „Schulterblicken“ erfahrener Gaggenau Techniker und Designer. Am 12.07. war es dann soweit, nach einheitlichen Vorgaben wurden 24 fertige Projekte in Gaggenau präsentiert.

Studiengang Industrial Design
Prof. Uwe Fischer & AM Atossa Poterachi

Master_SATELLITENLOGO
Dipl.-Ing. Alexander Trage & Dipl.-Des. Manuel Meßmer
Sommersemester 2007


Experimental Roastbeef
Kick-off Workshop: Alexander Trage & Manuel Meßmer

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Bevor es an den Entwurf ging wurde ein Stegreif mit der Aufgabe ausgegeben, mit Haushaltsgeräten die nicht aus dem Kochkontext abstammen, ein Rinderhüftsteak genießbar zu machen. Von dem Bügeleisen und der Heizdecke, über den Heißluftföhn und Baustrahler bis hin zur Kaffeemaschine kamen verschiedenste Geräte zum Einsatz.


AAA – Access all Action
Entwurf: Janusch Munkwitz

Gaggenau entwirft und liefert Kücheneinbaugeräte auf höchstem Standard. Dieser Standard hat natürlich seinen Preis. Konsumenten die in der Lage sind sich Gaggenau Produkte anzuschaffen, legen Wert darauf Geräte zu bekommen mit denen sie professionell arbeiten können. „Von der Profiküche an den heimischen Herd“, so lautet eine Firmenphilosophien von Gaggenau. In der Gesellschaft geht der Trend hin zu qualitativ hochwertigem Essen. Immer mehr Biosupermärkte Biorestaurants schießen aus dem Boden. In einer Welt voller Hektik und Profit möchte man ab und zu diesem Trubel entfliehen und zu Hause exklusiv und sinnlich kochen. Der Gaggenau Kunde weiß was er möchte, nämlich kompromisslose Perfektion. Die Geräte mit denen er arbeitet sollen Technische Hochleistung und Qualität zu einem funktionierenden Ganzen vereinen. Er gibt sich mit nichts zufrieden, was von einem anderen Produkt übertroffen werden könnte. Design durch Funktion. Ebenso hegt er den Wunsch, sich zu 100 Prozent beim Kochen auf die Qualität von Gaggenau verlassen zu können.
Bis jetzt ist man als Kunde nicht in der Lage die gesamte Küche mit Gaggenau einzurichten. Es muss immer eine Customvariante oder eine zweite Firma mit einbezogen werden, bis der Kochspass losgehen kann. Das soll durch AAA geändert werden. Der Kunde bekommt nun die Möglichkeit, die komplette Küche mit Gaggenau auszustatten. Es wurde ein Modul entwickelt dass die Funktionen einer klassischen Arbeitsplatte und eines Spülbecken erfüllt, und darin bereits Felder für den Einbau von Gaggenau Variogeräten integriert sind. Angedacht ist dass Anschlüsse für Gas, Wasser und Strom direkt in dem Modul geführt werden und das ganze Modul in einem Raster angelegt wird, dass auf den Maßen der Variogeräte basiert. Die Form des Gaggenau Perfectfit ist schlicht und ist vor allem durch die Funktionen bestimmt. Das Modul wird an die Wünsche des Käufers angepasst, wie viele Kochplatten, Gas- und Stromanschlüsse, Wok und Teppan Yaki er beabsichtigt einzubauen. Das Modul wird bei Gaggenau komplettiert und direkt zum Verbraucher geschickt, aufgestellt und angeschlossen. Der Konsument muss sich nicht um Handwerker bemühen und Firmen engagieren. Der komplette Service kommt aus einer Hand. Der Kunde kann sich Perfectfit seinen Vorstellungen entsprechend bestellen und erhält daraufhin von Gaggenau den AAA – Access all Action. Die Zubereitung eines kompletten Essens geschieht jetzt mit Gaggenau. Nach dem Plug&Play Prinzip lassen sich später weitere Geräte hinzufügen oder austauschen. Variogeräte werden ergänzt oder ausgewechselt und können direkt angeschlossen werden (ob Gas oder Strom betrieben). Das Produkt soll die Linie von Gaggenau ergänzen und den Spagat zwischen Möbel- und Gerätehersteller schaffen. Gaggenau ist durch AAA in der Lage, die komplette und kundenspezifische Küche mit allen Aktionen die mit Kochen zu tun haben abzudecken.


Fireplace
Entwurf: Friederike Daumiller & Peter Jud

Mit der Zähmung des Feuers machte der Urmensch einen wichtigen Schritt in Richtung Zivilisation. Die Fertigkeit das Feuer zu kontrollieren und es für sich zu nutzen, brachte ihm Licht, Wärme und das Gefühl von Geborgenheit. Die Feuerstelle wurde zum gemeinschaftlichen Ort der Zusammenkunft, sicherte ihm das Überleben und übte eine Faszination auf den Menschen aus, die bis heute unverändert anhält. Die wichtigste Errungenschaft für die Weiterentwicklung des Menschen war, die Hitze des Feuers für die Verarbeitung von Rohstoffen zu verwenden. Vor allem durch das Garen von Fleisch und Gemüse wurde der Speiseplan des frühen Menschen reichhaltiger, was wesentlich zu seiner Weiterentwicklung beitrug. Das Feuer in der Küche war die Basis aller Kochgeräte zum Erhitzen und Zubereiten von Speisen. Die offene Feuerstelle entwickelte sich zu Kohleöfen weiter, die heute von Gas- und Elektroherden abgelöst wurden. Anstatt das natürliche Feuer zu nutzen, versuchen diese Geräte lediglich die Flamme mit ihren Eigenschaften nachzuahmen. Aufgrund der starken Geruchs- und Rauchentwicklung findet man offenes Feuer inzwischen fast nur noch im Außenbereich. Hier wird das Feuer auf verschiedenste Art und Weise zum kochen, garen und grillen genutzt. Das Feuer zu kontrollieren, ähnlich einem Elektroherd, ist bis heute nicht gelungen. Der Ausgangspunkt des Konzepts ist, das Feuer in seine ursprüngliche Umgebung, die Küche, zurückzuholen. Die Kochtechnik aus dem Außenbereich ins Haus zu bringen, eröffnet neue Dimensionen der Nahrungszubereitung. Um hier offenes Feuer als Kochgerät einsetzten zu können, muss dieses absolut kontrollierbar und sicher sein. Die Feuerstelle muss geschlossen werden können um eine starke Rauchentwicklung beim Anzünden des Feuers und dem Garvorgang zu verhindern. Durch das präzise Regulieren von Zu- und Abluft werden die Stärke des Feuers und somit die Temperatur gesteuert. Mit der Feuerstelle hat man die Möglichkeit auf Glut zu grillen, zu garen, zu kochen oder ein reines, kontrollierbares Kaminfeuer zu entfachen. Die Küche gewinnt, ebenso wie das Kochen an sich, immer mehr Bedeutung innerhalb des Hauses und unserer Gesellschaft. Sie entwickelt sich weg vom reinen Arbeitsraum hin zum Mittelpunkt des Zusammenlebens (oder kehrt wieder dahin zurück).
Die Faszination des offenen Feuers, zieht heute noch die Menschen an. Kochen wird zum Event und lädt zum experimentieren ein. Hierarchien werden aufgebrochen und jeder kann sich an der Zubereitung beteiligen. Die Feuerstelle eröffnet durch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten eine neue Perspektive von Kochgerät, das auf den Geschmack und die Originalität der Zubereitung abzielt. Gepaart mit professioneller Technik wird der bisherige Grill zu einem neuartigen Kochgerät innerhalb der Küche, das sich dennoch auf den Ursprung allen Kochens beruft.


TYProfessional-07
Entwurf: Caroline Perret & Benjamin Rempler

Die Esskultur hat sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts vom passiven Essen um des Überlebens Willen, hin zum aktiven, kommunikativen und kollektiven Kochen und Essen entwickelt. Im privaten Bereich geht die Tendenz zunehmend hin zu „offenen Küchen“, die Küche und Wohnraum kombinieren. Erste Trends in der Gastronomie sind die aus Asien stammenden Running-Sushis und Hibachi-Restaurants, die derzeit in der westlichen Welt Einzug halten. Hibachis waren ursprünglich kleine, robuste Tische mit eingelassenen kupfernen Kohlebecken. Sie waren der zentrale Familientreffpunkt in der Mitte des Hauses. Hibachis dienten dazu zusammen zu kommen, für unerwarteten Besuch Teewasser bereit zu haben und im Winter gleichzeitig als Wärmespender zu nutzen. Hitzequelle. Heute werden Hibachis als Kochplatte, Teppan Yaki genannt, für gemeinschaftliche Kocherlebnisse verwendet. In Anbetracht der veränderten Essgewohnheiten und inspiriert von der asiatischen Tradition soll das Essen als Event an den Tisch gebracht werden und als ein gemeinschaftliches aber auf individuelle und anspruchsvolle Bedürfnisse abgestimmtes Erlebnis im privaten Raum inszenieren.
Entstanden ist ein, in den Tisch integrierbares Gerät, für professionelle Kocherlebnisse am Tisch. Es beinhaltet die moderne, energieeffiziente Technik der Induktion und kombiniert und nutzt diese mit dem Spezialgerät aus der Profiküche, dem Teppan Yaki. Diese neuartige Kombination bietet ein breites Spektrum an Zubereitungsmöglichkeiten direkt am Tisch, ob in Töpfen, Pfannen oder Brätern mittels Induktion oder direkt auf dem Teppan Yaki. Die integrierte Abluft ermöglicht zudem ein dunst- und rauchfreies Grillen, Braten und Garen. Zusätzlich befindet sich neben den Induktionsfeldern ein Behältnismodul, welches Platz für Gewürze, Öl, Soßen, frischen Kräutern und Kochbesteck bietet. Jedes der vier Kochfelder lässt sich von beiden Seiten über Tasten bedienen. Über das Display kann die gewünschte Temperatur eingestellt werden. Die klare Gestaltung steht für die Reduktion auf das Wesentliche, Funktionalität und Professionalität. Hochwertige Materialien und einfachste Handhabung unterstreichen dies.
TYProfessional-07 verkörpert die Gegenwart des Kochens.


plusOne
Entwurf: Anja Breuninger & Katharina Lauter

plusOne ist ein Konzept für anspruchsvolle Menschen, die berufstätig sind und sich oft einer schnell wechselnden Lebenssituation anpassen müssen. Diese Zielgruppe wechselt meist Jobbedingt den Wohnsitz und besitzt folglich kein Wohneigentum. Flexibilität und Mobilität ist für diese Zielgruppe somit besonders wichtig. Für diese Thematik gibt es auf dem Markt nur wenige Produkte im Küchenbereich, die für den Berufsnomaden eine praktische Alternative zur Einbauküche bieten. plusOne soll die Einbauküche ablösen, aber auch dem Anspruch einer mobilen Profiküche gerecht werden. Entstanden ist ein modulares System, das die hochwertigen Vario-Geräte von Gaggenau adaptiert, jedoch ohne ihre Einbaueigenschaften. Die Serie reicht vom Induktionskochfeld über ein „Teppan Yaki“ und Elektrogrill bis hin zu einem Dampfgarer. Die Module fungieren als ergänzendes Gerät zum schon vorhandenen Herd oder als individuell kombinierbare Küchenzeile aus unterschiedlichen Vario-Modulen. Die Kochfeldserie besticht durch höchste Variabilität.
Ein Stecksystem ermöglicht das problemlose Aneinanderdocken der Einzelmodule und überträgt den Strom von einem Gerät zum nächsten. Es reicht somit eine Steckdose für beliebig viele Kochelemente. Des Weiteren besteht die Möglichkeit einzelne Geräte zu entkoppeln und in einer dafür vorgesehenen Tragetasche zu verstauen. Mit dieser lässt sich das Gerät leicht wegräumen und beim Transport schützen. Im hinteren Bereich der Module befindet sich eine Griffmulde, mit der man die Geräte in der Tasche verstauen kann. So ist ein bequemer Umzug mit den Kochelementen ebenso möglich, wie das Mitnehmen passender bzw. fehlender Geräte zur nächsten Party bei Freunden. plusOne ist ein attraktives, junges System mit höchstem Anspruch an perfekte Funktionen und vollendetem Design, das sich in viele Lebensbereiche integrieren lässt. Die Kochgeräte sollen souverän in der Funktion und einfach in der Handhabung sein, um das Kochen so flexibel wie möglich zu machen, ob auf dem Balkon, im Garten oder im Büro. Neben dem privaten Sektor können die Module im Marketingbereich eingesetzt werden und dienen z.B. auf Messen und bei Caterings als Vorführgeräte und somit als Imageträger der Firma Gaggenau. Die Mobilität in diesem Produktkonzept sorgt dafür, dass die Marke auch außerhalb des Küchenbereichs präsent ist und einer breiten Masse ihr Gesicht zeigt.


Pure
Entwurf: Andreas Diefenbach

Die modernen „Berufsnomaden“, welche meist jüngeren Alters sind, müssen sich den flexiblen Anforderungen der heutigen Berufswelt anpassen. Die mitgeführten Habseeligkeiten bieten eine gewisse temporäre Kontinuität die erfreut, erwärmt und Halt gibt. Gerade das Kochen wird unter diesen Umständen zu einem sehr persönlichen Akt. Gaggenau bietet hochwertige Lösungen für Menschen an, die bereits sesshaft und somit bereit sind, in eine hochwertige Küche zu investieren. Es sind Menschen mit Familie und gesellschaftlichem Status, deren Leben öfter zu Hause und somit in der Küche spielt. Die durchschnittliche Altersgrenze verschiebt sich kontinuierlich nach oben. Gleichzeitig rücken immer mehr Menschen nach, die sich diese Sesshaftigkeit noch nicht erlauben können oder wollen. Was könnte eine Alternative für diejenigen sein? Was braucht man demzufolge wirklich in der Küche und wie viel ist genug? Das Design setzte bislang allzu oft auf die Charakterisierung der spezifischen Funktionen, die unvermeidlich zur Fragmentesierung und somit zur erhöhten Produktspezifikation führte. Es entstehen viele Tools, deren Existenzberechtigung durchaus zu hinterfragen ist. Durch Serien von Handlungen entstehen Verbindungen, die sich in einer spezifischen Funktion wieder finden. So legen z.B. viele Köche den Kochlöffel auf dem Topf ab. Minimalismus ist nichts anderes als das Einfangen von unbewussten Träumen und unsichtbaren Hoffnungen der Menschen, denn diese müssen in erster Linie flexibel und mobil sein. Die klassische Küche ist systemabhängig. Das Wohnen jedoch unterliegt immer weniger einem System. Es befreit sich und schafft neue Wohnwelten. „Pure“ ist eine autarke Kochstelle. Die Möglichkeiten des Zubereitens beschränken sich auf das Kochen, Braten und Garen. Es gibt einen flächigen und einen räumlichen Bereich. Diese Dualität wird durch die Anordnung und die Betonung der zwei Kreise nach Außen getragen. Gebraten wird auf einem Teppan Yaki, während in dem Topf das Kochen und Garen stattfinden kann. Das Garmodul ist je nach Bedarf einsetzbar. Die sanft laufenden Flächen dienen der Hygiene und Pflege des Werkzeugs. Die Griffe des Topfes und des Deckels werden integrativ in einem umlaufenden Band platziert. Besonders wichtig war im wesentlichen die integrative und frische Produkthaftigkeit des Gerätes. Der Einsatz des Mineralwerkstoffes Varicor rundet das ganze mit einem sehr ruhigen und klaren Bild ab. In diesem Zusammenhang entstand ein Tool, dass die wesentlichen Kochvorgänge unterstützt, gleichzeitig aber kompakt genug ist, um immer wieder von einem zum nächsten Wohnort mitgenommen zu werden. Diese Flexibilität und Mobilität wird von der modernen Gesellschaft geradezu vorausgesetzt.


Sous vide
Entwurf: Barbara Franz

In der professionellen Küche gibt es verschiedene Arten, Lebensmittel besonders schonend zu garen. Diese sind bislang in der privaten Küche aus unterschiedlichen Gründen noch wenig etabliert. Ein gelungenes Beispiel ist das Dampfgaren. Eine andere interessante Garmethode, die bereits in den Sechzigerjahren entwickelt wurde, heißt „Sous vide“, Garen unter Vakuum. Hier bleiben Vitamine, Mineralstoffe und Aromen fast vollständig erhalten, zudem bleibt das Fleisch besonders saftig und die Lebensmittel behalten sowohl ihre Konsistenz als auch ihre intensive Farbe. „Sous vide“- kochen bedeutet garen bei sehr niedriger Temperatur über einen verlängerten Zeitraum. Der Siedepunkt wird durch Entzug des Sauerstoffs drastisch gesenkt. Ähnlich dem Phänomen, dass Wasser in sehr hohen Regionen bei gut 90 Grad bereits kocht. In der Gastronomie und Lebensmittelindustrie ist die Prozesskette von marinieren, evakuieren, garen, anbraten und servieren mit Hilfe von verschiedenen Gerätschaften wie Vakuumpumpe, Schweißgerät, Wasserbad, und Thermostat bereits optimiert. Während des Garvorgangs befinden sich die Lebensmittel in einem Kunststoffbeutel. Diese, für große Stückzahlen entwickelte Methode, lässt sich nicht ohne Modifikation auf den Privathaushalt übertragen. Besonders die Verwendung von Kunststoffbeuteln in Verbindung mit Wärme, sowie die Vielzahl von Zwischenschritten ist für einen ambitionierten Hobbykoch nicht gerade attraktiv. Zudem vermittelt diese Art zu kochen kein sinnliches Erlebnis. Dem Trend der heutigen Küche folgend möglichst naturbelassen, gesund und bewusst zu essen, ergibt sich die Konzeption „Sous vide“ in der privaten Küche einzuführen. Um die Garmethode in den Haushalt zu integrieren muss eine Lösung gefunden werden, die einerseits alle Zubereitungsschritte zusammenfasst und vereinfacht, und andererseits ein sinnliches, ästhetisches und appetitanregendes Kochen bietet. „Sous vide“- kochen mit Gaggenau bedeutet einfache und besonders schonende Zubereitung von Lebensmitteln. Lediglich ein Ofen und ein Glasgefäß werden benötigt. Die Lebensmittel werden in den von Gaggenau angebotenen Gefäßen vorbereitet. Danach legt man den dazugehörenden Dichtungsring aus Aluminium auf und verschließt das Gefäß mit dem passenden Deckel. Um ein perfektes Ergebnis zu erzielen, wird eine möglichst niedrige Kombination von Ober- und Unterschale gewählt. Das so verschlossene Gefäß wird mit dem Ventil nach hinten in den Ofen eingeschoben bis dieses an der Rückwand einrastet. Nach dem Schließen der Tür startet der Garvorgang. Vakuum, Gartemperatur und Zeit können getrennt voneinander eingestellt und gesteuert werden. Danach übernimmt das Gerät alle weiteren Schritte. Es steuert die zum Evakuieren geeignete Temperatur an und erzeugt dann das Vakuum. Jetzt wird der eigentliche Garvorgang gestartet. Die gewünschte Hitze wird durch Infrarotstrahlen erzeugt. Ein Thermometer an der Ofeninnenseite misst permanent die Temperatur des Garguts. Nach Ablauf der eingestellten Garzeit wird das Vakuum aufgelöst und das Gericht kann entnommen werden. Um eine Kruste zu erzeugen, muss der Deckel entfernt und die Temperatur kurzzeitig stark erhöht werden. Serviert wird direkt in dem „Sous vide“- Gefäß. „Sous vide“- Gefäße von Gaggenau werden in Glas, und für die oben beschriebene Verwendung in unterschiedlichen Höhen gefertigt. Dazu passend gibt es einen Dampfgareinsatz und Porzellanschalen in gleichem Design.
Die Vorteile von „Sous vide“ können damit in vollem Maße im Privathaushalt genutzt werden. Das entwickelte System lässt sich in ein bestehendes Gerät, wie den Dampfbackofen, integrieren, oder kann als eigenständiges Gerät die bestehende Gaggenau-Reihe ergänzen.


standby
Entwurf: Dominic Mayer & Jakob Wolfrum

Kochen wird mehr und mehr zu einer, kreativen und vielfältigen Tätigkeit. Durch die intensive Sinneswahrnehmung, die Auswahl von Zutaten aus verschiedensten Regionen der Erde und dem handwerklichen Umgang mit Kochwerkzeugen ist die Zubereitung von Speisen längst nicht mehr nur Teil der täglichen Versorgung. Vielmehr ist das Kochen, ob allein oder mit Freunden, zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung geworden. Die Freude am Kochen und der zunehmende Fokus auf eine gesunde Ernährung spielen hier eine entscheidende Rolle. Die Voraussetzungen um mit allen Sinnen uneingeschränkt kochen und genießen zu können, sind perfekt funktionierende Werkzeuge und ein Höchstmaß an Komfort. So erklärt sich auch die Tendenz zu räumlich großzügigeren Küchen. Neben deren Vorzügen, wie ein uneingeschränktes Raumgefühl oder der Integration der Küche in den Wohnbereich, müssen bislang auch Abstriche gemacht werden. So sind alle Arbeitsbereiche festen Plätzen zugeordnet. Gemüse muss zum putzen erst an die Spüle gebracht werden, anschließend zu einer Arbeitsfläche um es zu schälen und zu schneiden, danach wird es an einer anderen Stelle, meistens auf der Arbeitsplatte, zwischengelagert um es später im Kochbereich zu zubereiten. Zwischendurch muss man zum Mülleimer, um die Reste zu entsorgen. Dieser Prozess besteht aus verschiedenen Tätigkeiten an verschiedenen Plätzen. Der Zubereitungswagen standby liefert die Antwort auf die Frage, wie man diesen Vorgang vereinfachen kann. Das Konzept ist geprägt von der Idee des Werkstattwagens. Die Grundelemente des Wagens sind ein Aufnahmesystem für Gastro-Norm Behälter und ein verschiebbares Schneidebrett, welches sich direkt darüber befindet. Der Arbeitsbereich befindet sich somit flexibel über den Behältern und ist von beiden Seiten gleichermaßen nutzbar. Die intelligente Anordnung der Elemente bietet die Möglichkeit, die zubereiteten Zutaten direkt vom Schneidebrett in die entsprechenden Behälter zu verteilen. Ebenso funktioniert es mit dem Restmüll. Im äußeren Bereich des Wagens kann ein Messerblock platziert werden, um die Messer immer griffbereit zu halten. Für die Aufbewahrung von Flaschen, Gewürzen etc. stehen die Behälter im unteren Bereich des Wagens zur Verfügung. Die außen liegenden Griffleisten sind von jeder Position aus leicht zu erreichen und dienen zusätzlich als Aufhängemöglichkeit für Kochlöffel, ein Geschirrtuch oder andere Kochutensilien. Die Reinigung der abnehmbaren Teile ist denkbar einfach, da sie alle spülmaschinenfest sind. Alle Werkzeuge und Zutaten die zum Kochen benötigt werden, sind somit an jeder beliebigen Stelle an der gearbeitet wird in greifbarer Nähe. Der Koch ist nun flexibler als bisher und kann seine geräumige Küche in vollem Umfang nutzen. Ein weiterer Vorteil von standby ist, dass die eigentlichen Küchenarbeitsflächen für Tätigkeiten, die viel Platz beanspruchen, frei bleiben. standby arbeitet dem Koch nicht erst am Herd zu, sondern ermöglicht ihm die individuelle Bestückung und Vorbereitung der Zutaten, unabhängig von der Architektur, lange vor dem eigentlichen Kochen.


Superlight
Entwurf: Philipp Ziegler

Seit einem halben Jahrhundert steht die Marke Gaggenau für innovative Kücheneinbaugeräte. Ihre Benutzerfreundlichkeit und die Flexibilität in der Anwendung ermöglichen es dem Kunden, in der heimischen Küche unter professionellen Bedingungen zu Kochen. Um dem neu entstandenen Anspruch der modernen Gesellschaft an die absolute Flexibilität von Produkten gerecht zu werden, bleibt nur die Trennung des Kochens von der bisherigen Ortsgebundenheit. Wirkliche Flexibilität könnte also darin bestehen, sich sowohl auf dem heimischen Balkon als auch in den entlegenen Winkeln der Welt, eine Mahlzeit zuzubereiten, ohne auf den Qualitätsstandart eines Gaggenauproduktes verzichten zu müssen. Hinzu kommt das immer stärker werdende Bedürfnis, in der Natur einen Ausgleich zur Schnelllebigkeit und dem damit verbundenen Stress des Alltags zu suchen. Den Ansatz zu einer Lösung könnte ein transportables und extrem leichtes Kochgerät mit einem Höchstmaß an Flexibilität und technischer Innovation bieten, das den Nutzer überall hin begleitet, ohne ihn mit zusätzlichem Gewicht zu belasten. Der Mehrstoffkocher Superleicht kann mit nahezu jedem Brennstoff betrieben werden und eröffnet dem Benutzer die Möglichkeit sich unabhängig von extremen Außentemperaturen eine Mahlzeit zu zubereiten. Wird die Luft in großer Höhe so dünn, dass herkömmliche Gaskocher keine Verbrennung mehr gewährleisten können, zündet ein Mehrstoffkocher mit Benzin noch bei -20°C mühelos, und erreicht eine Kochleistung von 3000Watt. Selbst in abgelegen Regionen, in denen weder eine Tankstelle noch ein Supermarkt in erreichbarer Nähe sind, kann der Kocher alternativ mit Pflanzenölen betrieben werden.
Der einfache Aufbau, die intuitive Bedienung und das hohe Maß an Sicherheit zeichnen den Superleicht-Kocher aus und helfen dem Benutzer sich voll und ganz auf das Kochen und den anschließenden Genuss zu konzentrieren. Im zusammengefalteten Zustand bilden der Kocher und die benötigte Brennstoffflasche eine Einheit, die im oder am Rucksack verstaut werden kann. Am Einsatzort angelangt wird der Kocher von der Flasche geklipst und aufgestellt. Längenverstellbare Beine und Füße, die auch als Hering dienen können, bieten einen sicheren Stand. Mit dem robusten und ergonomischen Fingergriff der Pumpe lässt sich der erforderliche Druck in der Brennstoffflasche erzeugen, wobei die Piezozündung den Kocher mit nur einem Knopfdruck in Betrieb setzt. Die Hitze lässt sich in sicherem Abstand zur Flamme direkt an der Brennstoffflasche regeln, wobei sich der großzügig gestaltete Verstellring stufenlos von kleiner Garflamme zu großer Bratflamme regulieren lässt. Die extra weit auskragenden Topfaufleger mit Zackenstruktur bieten einen sicheren Halt für ausreichend große Töpfe und Pfannen. Mit dem Superleicht-Kocher erweitert die Firma Gaggenau nicht nur ihr Produktsortiment um die Sparte „Out-House“, sondern sie zeigt ganz neue Facetten und unterstreicht damit die viel zitierte Flexibilität ihrer Kochwerkzeuge. Das technologische Fundament für Mehrstoffkocher muss nicht mehr neu gelegt werden, da die BSH-Gruppe in Zusammenarbeit mit der Uni Hohenheim erst kürzlich einen Pflanzenölkocher für die Dritte Welt entwickelt hat und sich das System nahezu gleicht. Durch den sparsamen Materialeinsatz und die niedrige Komplexität der Technik und Mechanik kann der Superleicht-Kocher zu einem erschwinglichen Einstiegsprodukt für neue Gaggenaukunden werden. Durch die vollkommen freie Wahl des Einsatzortes und die intuitive Bedienung des Kochers wird der Benutzer Freude am professionellem Superleicht-


Vario-Plus
Entwurf: Gerhard Kellermann & Dominique Beolet

Die Rede ist von der futuristisch anmutenden Molekulargastronomie. Diese neuartige Variante des Kochens beschäftigt sich mit der Einführung innovativer Technologien und Zutaten in die moderne Gastronomie. Dabei entstehen Rezeptwelten die ihr Verständnis für Geschmack neu definieren werden. Molekulares Kochen ist weder utopisch noch revolutionär – sie bedient sich langjähriger Erfahrungen der Küche sowie alltäglicher Methoden der Lebensmittelindustrie. In Folge dessen eröffnet sich ein noch lang nicht ausgeschöpftes Spektrum an unbekannten Möglichkeiten die zum Experimentieren einladen. Dies verspricht nicht nur völlig neue kulinarische Erlebnisse sondern auch eine spektakuläre Zubereitung. Durch das Einbringen des molekularen Kochens in die Küche, entstehen neue Bedürfnisse und Ansprüche hinsichtlich des dafür benötigten Zubehörs. Die Art zu kochen macht neue, spezielle Werkzeuge notwendig. Momentan ist vergleichbares Zubehör nur im Laborhandel zu finden. Die Herausforderung besteht darin, das notwendige Zubehör in die Küche zu transferieren. Die Geräte und Utensilien sollten dabei allen Ansprüchen und Funktionen der molekularen Küche gerecht werden und den Koch auf ein vertraute Art und Weise Unterstützen. Dabei wurden zwei Einbaugeräte konzipiert die das Vario 400 System von Gaggenau ergänzen sollen. Es handelt sich hierbei um die Gefrierfriteuse GF 440 und den Vakuumkocher VK 450. Die Gefrierfriteuse ist ein spezielles Gerät zur Zubereitung von Aperitifs, Fingerfoods und Desserts mit Hilfe von flüssigem Stickstoff. Sie kann mit ihren -196°C nicht nur zum Kühlen oder Schockfrosten genutzt werden, sondern auch in Kombination mit dem Vakuumkocher zum optimalen Frischeerhalt der Speisen beitragen. Das Besondere an diesem Gerät ist, dass es Gerichte in untypische Aggregatszustände versetzt und dabei die gewohnten Konventionen auflöst. Es entstehen Kreationen wie zum Beispiel: kalt gekochter Limettenschaum, Pangius auf Vakuum Kartoffel mit Safranschaum u.v.m. Durch gezielte Absaugung wird der verdampfende Stickstoff über eine Fläche abgeleitet, die gleichzeitig als Kühlbereich dient. Der beim Kochen entstehende Nebel garantiert einen Showeffekt. Der Vakuumkocher dient zum vakuumieren von Lebensmitteln sowie zum Niedertemperaturgaren im Vakuum. Das Niedertemperaturgaren ist eine besonders schonende Art der Zubereitung von Fleisch, Fisch und Gemüse. Sie unterbindet die drei größten Feinde des guten Geschmacks: Hitze, Wasser und Sauerstoff. Denn diese haben Einfluss auf das Ausschwemmen, Oxidieren und Zerstören von Geschmackstoffen, Vitaminen, Eiweißmolekülen und wichtigen Spurenelementen. Das Vakuum bewirkt, dass sich die Verhältnisse um das Gargut so verändern, dass die Dampfentwicklung schon bei geringer Wärmezufuhr eintritt. Dies hat zur Folge, dass die Garzeit länger ist, das Gargut aber während des Garvorganges keinerlei Zuwendung bedarf. Nach dem schonendem Garen kann man die gewünschte Maillard-Reaktion mit Hilfe eines Bunsenbrenners selbst bestimmen und steuern.


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