Projekte Semesterprojekte

Exklusivität

Was macht ein Produkt exklusiv?
1) Limitation
2) Customizing
3) Kaufpreis
4) Material und Verarbeitung
5) Funktionalität
6) Kontext
7) „Made in“
8) Herstelungsverfahren
9) Produkt- und Markenimage
10) Service
11) Originalität

Diese Fragestellung wurde in Kooperation mit 6 verschiedenen Unternehmen anhand deren Tätigkeitsschwerpunkte überprüft und neue Ideen und Konzepte entworfen. Die Kooperationspartner unterscheiden sich in 2 Kategorien hinsichtlich ihrer Fertigungsweise: Manufaktur (hoher Anteil an Handarbeit) und Industrieller Produktion. Zuvor wurde anhand verschiedener Stegreife der Begriff der Exklusivität hinsichtlich der oben genannten Kategorien definiert und im Anschluss auf die einzelnen Partner angewandt.
Die verschiedenen Projektstudien und Ergebnisse finden Sie in dem Kompendium am Ende des Beitrags weiter unten.

 

Master_SATELLITENLOGO
Dipl.-Ing. Alexander Trage & Dipl.-Des. Manuel Meßmer
Wintersemester 2007/08
Beteiligte Studierende: Susana da Silva Costa, Christian Thaler, Peter Jud, Andreas Diefenbach, Franziska Müller, Wolfgang Koppensteiner, Eva Ebrecht, Jewgeni Goranko


Es war einmal ein Kuckuck
Entwurf: Susana da Silva Costa

Firma Rombach & Haas Schwarzwalduhrenmanufaktur, gegründet 1894 in Schonach im Schwarzwald

Tätigkeitsbereiche: Handbemalte Schilderuhren seit den 80 iger Jahren von Frau Haas, historische Uhren, Sondermodelle
Philosophie: „Handgefertigt nach alter Handwerkskunst“
Geschichte: Die Firma Rombach & Haas wurde im Jahre 1894 gegründet. Als Standort wurde ein ehemaliges Bauernhaus, in der Mitte von Schonach gewählt. Schonach wurde wenig später das Zentrum der Kuckuckuhr und ist es bis heute geblieben.
Anfangs war es der Firma nicht möglich von der Herstellung handgearbeiteter Schwarzwalduhren zu leben, so dass in dem Firmengebäude zusätzlich Lebensmittel verkauft wurden. Wenige Jahre später zog das Schwarzwalduhrengeschäft langsam aber beständig an, und so konnten mehr und mehr dieser Uhren hergestellt werden. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden so ausschließlich Kuckucksuhren, Schilderuhren und andere Schwarzwalduhren in dem Betrieb produziert, und von der Lebensmittelbranche wurde Abstand genommen.
Die beiden Weltkriege brachten die Firma zum Stillstand, aber jeweils nur kurz nach deren Beendigung, konnte die Uhrenproduktion wieder aufgenommen werden.
„Nebensächliches“: Heutzutage ist die Kuckucksuhr weltweit bekannter als Coca-Cola. 70% der Uhren gehen nach Amerika (Stationierung von GI´s)
Die Motive der vorangegangenen Uhren, wie der Biertrinker und in Trachten gekleideten Figuren erzählen Geschichten (daher typisch Deutsch). Die Geschichten haben sich bis heute nicht verändert. Was erzählt uns das „Kulturgut Kuckucksuhr“ heute für Geschichten?


<Pioneer´s Timing Entwurf: Christian Thaler

Hanhart, gegründet 1882 in der Schweiz, 1904 Umzug nach Schwenningen im Schwarzwald

Tätigkeitsbereiche: Chronographen und Mechanische- und elektronische Stoppuhren im Sportbereich (von Amateur bis Profi), in der Labor und Medizintechnik, Industrie (Prozeßoptimierung, sowie im Bereich Retro/ Oldtimer
Philosophie: „Pioneers in timing“
Geschichte: Hanhart-Uhren haben Tradition und eine über zwölf Jahrzehnte bis ins Detail belegte Historie. Die aus der Schweiz stammende Unternehmerfamilie baut in den 20er Jahren mit der Fertigung von Stoppuhren ihren Familienbetrieb im deutschen Schwarzwald aus und entwickelt sich damit in den 60er Jahren zum Marktführer Europas. Die Produktion von legendären Fliegerchronographen, die über mehrere Jahrzehnte eingestellt worden war, bildet heute wieder das zweite Standbein des Unternehmens.
1924 geht die erste Hanhart-Pionierleistung in Produktion: der sportbegeisterte junge Mann konstruiert die weltweit erste preiswerte mechanische Stoppuhr und legt damit den Grundstein für die bis heute reichende Uhrenlegende Hanhart. Die Entwicklung des Breitensports trägt ihren Teil zum Erfolg bei und bestätigt den Weitblick sowie Mut des Familienbetriebs. Die Herstellung von hochwertigen Taschen- und Armbanduhren bereichert wenig später die Produktpalette. Das Geschäft beginnt zu blühen. Erschütterungen und Feuchtigkeit, Beschleunigung und viele andere Umweltfaktoren können den Uhren, die für Piloten und Marineoffiziere, Ärzte und Wissenschafter unverzichtbar sind, schon damals wenig anhaben. Nach der Ausstattung der 1955 gegründeten deutschen Bundeswehr mit Fliegerchronographen wird deren Herstellung 1962 eingestellt, nach und nach auch die Produktion von Armbanduhren. Kein Stopp hingegen für die Innovation und weiterentwickelte Technik der Stoppuhren. Flexibilität und kontinuierlicher Fortschritt prägen die Arbeit von Hanhart und das Unternehmen kann sich bald als Marktführer und größter Produzent mechanischer Stoppuhren Europas behaupten. Batteriewerke werden auf Quarzwerktechnologie umgestellt, und das Programm elektronischer Stoppuhren wird erweitert. Hanhart macht sich mit der Fertigung von Stoppuhren immer mehr einen Namen, die bis heute den Schwerpunkt des Unternehmens bildet.
Die Stoppuhr soll ran an den Mensch, an den Athlet. Im Zuge dessen müssen die Parameter Form, Material und Funktion auf die neuen Ansprüche und Bedürfnisse eingestellt werden.


Lüster-Crystallize
Entwurf: Peter Jud

Firma Palme Leuchten-Manufaktur: Gegründet 1724 durch Reinhold Palme in Böhmen (Firmensitz heute in Schwäbisch G´münd)

Tätigkeitsbereiche: Steh-, Tisch- und Wandleuchter, Kristallleuchter und Lüster, Restauration von historischen Kristall-Kronleuchtern
sowie Einzelanfertigung von Kundenwünschen. Die Lüster von Palme finden sich unter anderem im Schloß Bellevue, Berlin, im Kurhaus Baden-Baden, im Neues Schloß Stuttgart, im Schloß Solitude, Stuttgart
Philosophie: „Licht ist Leben und Faszination“
Geschichte: Schon Mitte des 18. Jahrhunderts waren die tschechischen Kristall-Kronleuchter durch ihre Qualität und ihr Design sehr beliebt und beeinflussten die zukünftige Entwicklung und Stil der Kronleuchter auf der ganzen Welt. Die Kristall-Kronleuchter aus Tschechien waren sehr gefragt. Sie besaßen eine klare Durchsichtigkeit, eine spezielle Lichtbrechung und schöne facettierte Prismen.
Als festgestellt wurde, dass Bleioxid im Kristall die optischen Eigenschaften verbessern kann, entstand Bleikristall. Bleikristall wird heute auf der ganzen Welt benutzt. Im Jahre 1724 bekam der Glasschleifer Josef Palme aus der Gemeinde Prácheň eine Genehmigung Glaslüster zu bauen. In dem kleinen Dorf wurde also eine Werkstatt geöffnet, in der Lüster hergestellt wurden. Die Paläste des französischen Königs Ludwig XV., der österreichischen Kaiserin Maria Theresia und auch der russischen Zarin Elizabeth tragen dank den Lüstern von Palme das Siegel der Perfektion. Kristall-Kronleuchter sind ein Synonym für einen guten Geschmack, Noblesse und Reichtum. Sie werden so hoch geschätzt wie wahre Schmuckstücke. Der Glanz der Kristall-Kronleuchter erhöht das Prestige verschiedenster Paläste und Schlösser, schmückt Parlamentgebäude, Opernhäuser, Universitäten, Regierungsresidenzen und Tempel auf der ganzen Welt. Zugeliefert werden heutzutage Kristalle (vornehmlich von Swarovski aufgrund der hohen Qualität durch hohen Bleianteil) und diverse Gussteile aus Metall oder Glas für Arme und Bänder. Nach Vorlage wird in den Werkstätten der Manufaktur entworfen, angefertigt, montiert und restauriert.
„Kurioses-Nebensächliches“: Man kann sich vorstellen wie viel Zeit es benötigt einen Kronleuchter des Casinos in Baden-Baden mit einem Gewicht über 2 Tonnen, Kristall für Kristall und Arm für Arm auseinander zunehmen, nach Schwäbisch Gmünd zu transportieren um dort die Einzelteile sorgfältig zu restaurieren. Ein Kronleuchter dieses Kalibers kann durchaus mal ein kleines Einfamilienhaus kosten.
Wie definiert sich die Exklusivität heute an einem Lüster? Durch das verwendete Material? Form und oder Funktion?


<Shelter
Entwurf: Andreas Diefenbach

Hess, in Villingen im Schwarzwald

Tätigkeitsbereiche: Beleuchtung innen/außen und Stadtmobiliar
Philosophie: „Gestaltung des öffentlichen Raumes im Einklang mit Mensch, Landschaft und Architektur“
Geschichte: Die Wurzeln der Firma Hess liegen in den Jahrzehntelangen Erfahrungen im Umgang mit Metallguss begründet. Früher als Dienstleister und Zulieferer tätig, ging Hess in den 70 iger Jahren eigene Wege und begann mit der Produktion von Straßenleuchten.
Hess ist einer der international führenden Hersteller von gestalteten Außenleuchten. Mit einem breit gefächerten Leuchtenangebot erfüllt das Unternehmen alle Anforderungen an die Lichtgestaltung im öffentlichen Freiraum sowie an die Innen- und Außenbeleuchtung von Objekten. Neben Leuchten fertigt Hess Stadtmobiliar und ist damit einer der wenigen Hersteller, die ganzheitliche Konzepte in der Stadt- und Freiraumgestaltung realisieren können. Heute werden die Produkte in über 40 Länder weltweit exportiert. Zum Leistungsangebot von Hess gehört die individuelle Unterstützung von Projekten. Die Spezialisten bei Hess begleiten Architekten, Planer, Städte, Gemeinden und Bauherren von der Planung bis zur Installation der Leuchten und entwickeln, wenn erforderlich, auch Sonderlösungen.
Wie lässt sich das Produktportfolio der Firma Hess um eine Überdachung für den öffentlichen Raum erweitern?


SERVICE
Entwurf: Franziska Müller & Wolfgang Koppensteiner

Porzellanmanufaktur Ludwigsburg, gegründet von Herzog Carl Eugen 1758 in Ludwigsburg

Tätigkeitsbereiche: Speiseservice, Kaffee- und Teeservices, Zierporzellan
Philosophie: „Jedes Stück Ludwigsburger Porzellan wird von Hand geformt, bossiert, verputzt und anschließend Freihand bemalt – ohne Schablonen oder Druckvorlagen.“
Geschichte: Am 5. April 1758 ließ Herzog Carl Eugen von Württemberg per Dekret eine „Porcelaine-Fabrique“ in Ludwigsburg gründen. Mit Berufung des berühmten Arkanisten Ringler und des Modelleurs und Obermalers Riedel erlebte die Manufaktur schon wenige Jahre nach ihrer Gründung die erste Blütezeit. Viele der kunstvollen Stücke dieser Zeit werden in Ludwigsburg noch heute originalgetreu hergestellt. So zeugt das einzigartige von G.F. Riedel entworfene und nur hier gefertigte „Schuppenmuster“ bis in die Gegenwart hinein vom Glanz und handwerklichen Können des Barock und Rokoko. Holzknappheit war schon früher durchaus ein Thema. Diese Abhängigkeit wurde mit den ersten elektrischen Brandöfen aufgelöst. Dazu kommen seit 1994 zeitgenössische Dekore, die im Atelier der Manufaktur neu entwickelt wurden. Etwa „Ginkgo biloba“ – eine Hommage an Goethes berühmtes Gedicht und fast schon ein moderner Klassiker. Doch nicht nur deshalb zählt die Porzellan-Manufaktur mit Sitz im Residenzschloss Ludwigsburg zu den bedeutendsten in Europa.
Die Bemalung des Porzellans fungiert seit Jahrhunderten unverändert als Projektionsfläche und Bühne für verschiedene Bedürfnisse und Sehnsüchte. Sind diese Sehnsüchte heute unverändert oder existiert eine neue, zeitbedingte Motivhaftigkeit?


CUPS
Entwurf: Eva Ebrecht & Jewgeni Goranko

Cup Concept, gegründet Ende des 20. Jahrhunderts in Sexau bei Freiburg im Breisgau

Tätigkeitsbereiche: Service, Verkauf, Vermietung (z.B. Spülmaschine) für Brauereien, Filmproduktionen, Fussballstadien der 1. und 2. Liga und Großveranstaltungen im Allgemeinen ab 40.000 Stück etc.
Philosophie: „Cups are us“
Geschichte: Cup Concept betreut mit einem vollständigen Dienstleistungsangebot in sämtlichen Fragen rund um den Mehrwegbecher.
Cup Concept betreibt sechs bundesweit verteilte Service-Stationen. Jede Cup Concept-Service-Station vermietet jährlich Millionen von Mehrwegbechern. Mit dem dabei gewonnenen Know-how werden die Becher in punkto Handling, Spülbarkeit und Design optimiert.
Deshalb ist Cup-Concept Partner der meisten Fußballbundesliga-Stadien und zahlreicher großen Rock- und Popkonzerten und Lieferant der führenden Brauereien und Getränkehersteller. Die Service-Stationen verfügen hinsichtlich Wasser- und Chemieverbrauch über ökologisch und ökonomisch optimierte industrielle Großspülanlagen, die speziell für das Spülen von Kunststoffbechern weiterentwickelt wurden. In verschiedenen hoch spezialisierten Drucktechnologien werden die Motive der Kunden auf dem Becher abgebildet.
„Nebensächliches“: Auf einer Rolling Stones Tournee wurden 80% der Becher mitgenommen, trotz bezahlten 2€ Pfand.
Welche Maßnahmen sind möglich und sinnvoll für die Produkte von Cup Concept um hinsichtlich Oberfläche, Material als auch Form den Cup exklusiver zu machen?



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.