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Space Oddity

Hauptprojekt Klasse Fischer
AM David Gebka
Studiengang Industrial Design
Sommersemester 2020

Von der Außenwelt abgeschnitten, dicht an dicht mit einer kleinen Gruppe immer gleicher Menschen. Kommunikation nach außen nur digital. Dort arbeiten wo man schläft, wo man seine Freizeit verbringt. Monatelang alles auf engem Raum. Nur kurze Ausflüge vor die Tür, wenn es unvermeidbare Gründe gibt, und immer mit Risiko verbunden. Abgepacktes, lang haltbares, abwechslungsloses Essen und gefilterte, wiederverwendete, gereinigte Luft. Muskelschwund durch das Fehlen physischer Belastung in der Schwerelosigkeit. Weltraumstrahlung und das damit verbundene erhöhte Krebsrisiko.
Das Leben auf der internationalen Raumstation, der ISS stellt viele besondere Herausforderungen an die Bewohner und an die Gegenstände, die sie mit in den Orbit nehmen. Wir widmeten uns diesem Kosmos, erforschten die Bedingungen und Probleme, die zum Teil ganz fremd, aber gleichzeitig menschlich und nachempfindbar sind.

Mohamad Alweis: Safe Haven

Die Idee meines Projekts ist ein Backup-System zur Aufbewahrung von Lebensmitteln in Krisenzeiten. Es soll die Notreserve für eine Person für einen Zeitraum von vier Wochen sicher und übersichtlich aufbewahrt werden. Dieses System enthält eine berechnete Menge an Kalorien, um diesen Zeitraum zu überleben.

Für Astronauten wird ein ähnliches System eingesetzt, der Lebensmittelreservetank namens Safe Haven Food System. Er kommt nur in Notsituationen zum Einsatz.

Für mein Projekt habe ich von den Erfahrungen der Astronauten profitiert und sie auf unseren Alltag übertragen. Ich habe die Lebensmittel systematisch sortiert und angeordnet und habe sie in bestimmten Mengen den drei täglichen Mahlzeiten zugeordnet. Außerdem habe ich nach Möglichkeiten der Konservierung gesucht, die in einer solchen Krise zur Verfügung stehen. Dabei habe ich von den Methoden zur Aufbewahrung von Lebensmitteln profitiert, die in der Vergangenheit verwendet wurden, wie z.B. das Trocknen und das Salzen. Weil es ideale Möglichkeiten für die Haltbarmachung und Lagerung von Lebensmitteln sind, wenn es z.B. keine Kühlschränke und Elektrogeräte gibt.

Nikita Neitzke: Design gegen sensorische Deprivation – der transformierbare Raum

210 Tage von der Erde entfernt, isoliert in einem Habitat auf einem Planeten, dessen extreme Umweltfaktoren, wie etwa enorme Temperaturschwankungen und eine hohe Weltraumstrahlung nur kurze Spaziergänge erlauben. Eingesperrt mit den selben Menschen in den selben Räumen. Die dadurch resultierende Belastung durch Reizarmut auf einer Marsmission ist enorm, und die psychische Gesundheit der Astronauten ist die Grundlage für den Erfolg der Mission.

Im Mars-Testhabitat der NASA umgeben von hawaiianischer Steinlandschaft werden zur psychologischen Forschung regelmäßig einjährige Marsmissionen simuliert.
Im Fall von 2015/2016 versuchten die Teilnehmer nach sechs Monaten in Isolation mit den ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln die Räume zu verändern, um der Reizarmut entgegenzuwirken. Alles was verstellbar ist, wurde umgestellt.

Bisherige Ansätze gegen Reizarmut arbeiten mit atmosphärischen Lichtsystemen. Um einen Raum über die Länge einer Mission von 500 Tagen in Wochenabständen nachhaltig zu verändern bedarf es etwas Zusätzliches. Ein System das neben Licht noch mehr analoge Parameter schafft, um den Raum zu verändern. Die Recherche beginnt mit dynamischen, pre-digitalen Werbe-und Informationsanzeigen, die anstatt ihrer Informationen Formen und Materialien im Raum verändern könnten.
Darüber komme ich auf meinen Entwurf, ein modulares System aus flexiblen Elementen, die in einem durchgerasterten Raum auf verschiedenste Weisen installiert werden können. Somit können neben der Helligkeit und Farbe durch Licht, die Form und Materialität des Raumes verändert werden.
Das System findet Anwendung im Freizeitraum von MaMBA (Moon and Mars Base Analog, Projekt des Zentrums für angewandte Raumfahrt in Bremen, Christiane Heinicke)

Qixin Chen: MoDuLo

Living in Small will not be a passive choice for the people who live in a metropolis anymore. More young people prefer to live in a smaller space subjectively. Besides the financially wise, the less-use of energy brings it to a simple Eco-friendly way of living. Moreover, the „Keep in Core“ lifestyle helps people to live more organized and efficient.

Modulo is such a living system designed for living in a small space. Instead of the traditional wood furniture which is heavy and takes up more space. Modulo is consist of a cargo box-like construction, which is more lightweight, flexible, and space-saving. It is easy to assemble and disassemble and can be used as both furniture and Cases for moving, which also great for the Mobility wise.

Theresa Nürk: Atempause

Die bisher einmalige Krise fordert uns in vielen Lebensbereichen heraus. Besonders hat sie uns der zahlreichen Ablenkungsmöglichkeiten unserer heutigen, schnelllebigen Zeit entzogen. Stattdessen zwingt uns die soziale Distanz, mit uns selbst mehr Zeit zu verbringen. Einige Menschen waren und sind damit überfordert und fallen in ein emotionales Loch. Die Krise entpuppt sich zu einer persönlichen Krise. Wieso wirft uns das „Allein sein“ so aus der Bahn?

Wir haben verlernt, uns Zeit für uns selbst zu nehmen. Unsere Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse in unserem Alltag wahrzunehmen und zu reflektieren. Wir haben das natürlichste verlernt – uns selbst nah zu sein. Im Gegensatz dazu lenken wir uns lieber ab und entziehen uns der Selbstreflektion.

Nach dieser Beobachtung und tiefgehender Recherche zu dem Thema der Selbstreflektion habe ich drei Objekte gestaltet, die meinen Gedanken Ausdruck verleihen.

In meiner Arbeit habe ich mich mit der Frage beschäftigt wie man dem Missstand, sich dauerhaft der Selbstreflektion zu entziehen, entgegenwirken kann. Meditation ist eine Methode Zeit für Sich selbst in seinen Alltag zu integrieren und das Alleine sein lieben zu lernen. Meine Objekte sollen dabei helfen, sich von seinen eigenen Gedanken und Empfindungen während der Meditation zu lösen. Dabei kommt der Geist und Körper zur Ruhe und man stärkt die (Selbst-) Wahrnehmung.

Fluss

Der Fluss von Gedanken und Gefühlen.

Gedanken und Vorstellungen der Vergangenheit oder Zukunft nehmen uns im Alltag ein. Sie machen uns krank, wenn wir dauerhaft in einem Konstrukt der Gedanken Wanderung leben und nicht in der Gegenwart. Während der Meditation sollte man diese Gedanken an sich vorbeiziehen lassen. Dabei wird die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt gerichtet.

Durch das Erlernen des “Vorbeiziehens“, wird die Daueraufmerksamkeit, die exekutive (eigenes Handeln gegenüber Mitmenschen) und selektive Aufmerksamkeit gesteigert.

Um das Vorbeiziehen und fließen lassen zu unterstützen habe ich eine Kerze entwickelt, welche in besonderem Fluss ihr Wachs verliert. Das soll die vorbeifließenden Gedanken widerspiegeln.

Pendel

Der Ausgleich zum Alltag und das Gleichgewicht

Das Ausbalancieren von Gedanken und Gefühlen bringt uns zurück zur realen und tatsächlichen Wahrnehmung. Dadurch wird die Emotionsregulation verbessert und bringt Rationalität, beziehungsweise eine bewusste Verarbeitung von Informationen zum Vorschein.

Mein Objekt das an jede gewöhnliche Lampe montiert werden kann balanciert eine Scheibe aufgrund von mit Wasser gefüllten Glaskugeln. Das Licht wird farbenfroh an die Decke reflektiert.  Bevor sich die Balance einstellt, entsteht dadurch ein Lichtspiel das mit der Zeit immer langsamere Bewegungen macht, bis zum Stillstand.

Reflexion

Die Reflexion von innen wie von außen.

Viele Menschen haben eine verzerrte Wahrnehmung. Sowohl die Wahrnehmung von sich selbst, als auch von der Umwelt. Durch den Spiegel wird man selbst zum Objekt während der Meditation. In diesem Prozess wird die Grenze zwischen Objekt und Subjekt weicher.

Der Spiegel ist durch das Polieren der Oberfläche, an wenigen Stellen spiegelnd und an anderen Stellen unscharf. Dabei entsteht eine verzerrte Wahrnehmung und fordert den Betrachter auf, richtig hin zu sehen. Durch den Knick ist es möglich, den Spiegel auf den Boden und gegen die Wand zu lehnen. Somit kann die Meditation auch auf dem Boden stattfinden. 

Janina Diller: Ecostellar

Eco-Stellar is a flexible planting system constructed for the use on a fictional space ship. It consists of globular pots each planted with a specific Ayurvedic herb that is chosen for its benefit to mental health. The pots are made of terracotta clay that is mixed with organic fibres before bisquing. This results in a light and porous material that can hold water and is permeable for air. They are connected through elastic strings that can be attached in the room. Thereby the globes are kept in position in spite of movement or changes in gravity. The system is infinitely variable and can be extended according to the needs of the crew.

The pots are patterned with holes that, on the one hand side, function for the attachment of the strings, and on the other hand provide the plants with openings to grow out of. At the same time this pattern can also enable mosses or air roots to grow on the outside of the pot.

Some of the plants are ranking plants. They will grow along the string-connections, so that, over the passing of time, the whole system will be connected and growing.


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